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Geschichte und Hintergrund
Geschichte des Schwarzwalds
Die Geschichte des Schwarzwaldes – vom Urwaldgebiet zum Urlaubsparadies
Der Schwarzwald – der Gipfel der deutschen Mittelgebirge
Im Südwesten von Baden-Württemberg liegt Deutschlands größtes und höchstes Mittelgebirge – der Schwarzwald (Feldberg 1.493 m üNN, Belchen 1.414 m üNN, Schauinsland 1.284 m üNN). Er reicht mit seinen dicht bewaldeten Höhenzügen vom Dreiländereck Schweiz-Frankreich-Deutschland ca. 160 km weit nach Norden bis Karlsruhe, seine Breite verringert sich dabei von 60 km auf rund 30 km. Der Westrand des Schwarzwaldes fällt in Staffelbrüchen steil zur Oberrheinischen Tiefebene ab, wodurch schluchtartige Täler (z.B. Kinzig, Murg) entstanden sind; nach Norden und Osten geht der Schwarzwald mit runden Bergkuppen und weiten, bewaldeten Hochplateaus in das Schwäbisch-Fränkische Schichtstufenland über. Der südliche Schwarzwald (= Hochschwarzwald) wird überwiegend aus kristallinen Gesteinen aufgebaut (Granite, Para- und Orthogneise), während im Nordschwarzwald das Buntsandstein-Deckgebirge vorherrscht; beide Gesteinsformationen enthalten zahlreiche Erzlagerstätten. Das Klima im Schwarzwald weist einen typischen Mittelgebirgscharakter mit regelmäßigen Niederschlägen auf, wobei die Westseite bevorzugt ist; hier liegt mit Freiburg aber auch eine der sonnenreichsten Städte Deutschlands (1.740 Sonnenstunden/Jahr). Zeugen einer ehemaligen Vergletscherung vor rund 10.000 Jahren sind die glazial überprägten, runden Bergkuppen und die zahlreichen Karseen wie Titisee, Feldsee, Wildsee und Mummelsee; von Schwarzwaldwasser werden ebenfalls die Flüsse Brigach und Breg gespeist, die zusammen später die Donau bilden.
Der Schwarzwald – eine Geschichte mit vielen (Holz-)Stämmen
Der Schwarzwald trägt seinen Namen sicher zurecht, denn er war früher ein dunkler, undurchdringlicher Urwald, der nur von Flussläufen durchschnitten wurde. Die ersten menschlichen Spuren (Pfeilspitzen, Klingen) stammen aus der Steinzeit; ab dem 5. Jahrhundert v. Chr. besiedelten die Kelten die Rheinauen, mieden jedoch die Waldgebiete. Die nachfolgenden Römer gaben dem Schwarzwald seinen Namen: „Silva Nigra“; ihnen ist auch die Entdeckung der Thermen von Baden-Baden und Badenweiler zu verdanken. Im 3. Jahrhundert vertrieben Alemannen die Römer und errichteten ihre eigenen Gehöfte und Siedlungen (Ortsendungen auf -ingen oder -heim); im 5. Jahrhundert wiederum besiegten Franken die Alemannen und begannen mit der Christianisierung des Schwarzwaldes. Es waren v.a. irische und schottische Mönche, die im dichten Wald erste Rodungsinseln schufen und Klöster gründeten; nach ihnen nannten sich oft die entstandenen Dörfer, z.B. St. Georgen, St. Peter, St. Märgen oder St. Blasien. Die zahlreich anfallenden Holzstämme wurden für den Hausbau, im Bergbau oder zur Köhlerei verwendet, auch für Haushaltsgeräte aus Holz war der Schwarzwald bekannt. Ab dem 11. Jahrhundert errichteten viele Adelsgeschlechter Burgen zur Sicherung ihres Besitzes; eine der bekanntesten Familien waren die Zähringer, die u.a. die Stadt Freiburg gründeten. Mit dem 16. Jahrhundert begannen unruhige Zeiten (Bauernaufstände, Dreißigjähriger Krieg, Erbfolgekriege), und viele Truppen durchzogen auf den Straßen plündernd die Region; die Dörfer tief drinnen im Wald blieben jedoch meist verschont. Ab dem Jahr 1806 teilten sich das Großherzogtum Baden und das Königreich Württemberg den Schwarzwald; vereint wurde er erst 1952 durch einen Volksentscheid zum Land Baden-Württemberg.
Der Schwarzwald – vom Steinzeitbergbau zur Uhrenindustrie
In den meist gangförmigen Erzlagerstätten im Schwarzwald wurden überwiegend Blei- und Silbererze, Buntmetallerze, Eisenerze sowie Baryt und Fluorit abgebaut. Bereits aus der Steinzeit ist bei Sulzburg Hämatitabbau zur Gewinnung des roten Farbpigments nachgewiesen; auch Kelten und Römer betrieben Bergbau zur Förderung von Eisen-, Silber- und Bleierz. Im Hochmittelalter lagen die Hauptabbaugebiete um Todtnau, am Schauinsland sowie im Münster- und Suggental, durch die Kriege kam die Bergbautätigkeit aber nahezu vollständig zum Erliegen. Nach einem kurzen Aufschwung im 18. Jahrhundert mussten jedoch immer mehr Gruben schließen, heute sind die meisten verfallen oder Museums-Bergwerke (z.B. Schauinsland, Hallwangen, Todtmoos, Neuenbürg). Die Holzwirtschaft versorgte die Gruben mit Bauholz, später wurden die Stämme u.a. zum Schiffsbau auf dem Rhein nach Holland transportiert; die Holzkohle der Köhler verwendeten die Glasbläser zur Herstellung von Waldglas. In den langen Wintern schnitzten v.a. Bauern und Tagelöhner Kuckucksuhren aus Holz. Daraus entwickelte sich das feinmechanische Holzhandwerk, was schließlich zur Gründung der ersten deutschen Uhrmacherschule 1850 in Furtwangen führte; bis heute ist die Uhrenindustrie einer der wichtigsten Wirtschaftszweige im Schwarzwald.
Der Schwarzwald – Wandern, Wein und Wellness
Der gesamte Schwarzwald wurde schon sehr früh vom Rheintal aus durch Eisenbahnlinien erschlossen, was den Fremdenverkehr sehr gefördert hat. Die dichten Wälder mit den tiefen Schluchten sind ein beliebtes Ziel für Wanderer auf Rund- und Fernwanderwegen (z.B. Westweg, Schluchtensteig, Hansjakobweg), ebenso kommen Mountainbiker und im Winter die Skifahrer hier voll auf ihre Kosten. Der an den Hängen zur Rheinebene angebaute Wein der Sorte „Gutedel“ wird nicht nur getrunken, sondern in Badenweiler auch als Kurmittel (äußerlich) verwendet; insgesamt gibt es im Schwarzwald 14 Heilbäder, 17 Heilklima-Kurorte und 51 staatlich anerkannte Luftkurorte. Sie bieten Kneipp- und Trinkkuren zusammen mit Sole-, Molke- und Moorbädern; etwas ganz besonderes gibt es in Bad Wildbad – ein Bad in weißer Schokolade inklusive Mokka-Peeling für die Haut.


